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Do 13.12.2018

19h00

• Auditorium des DAM
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Mai

Vortragsreihe BAUHAUS/ARCHITEKTUR

Italien. Manfredo Tafuris und Giulio Carlo Argans Position zur Moderne

Rixt Hoekstra
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Carsten Ruhl

Panel discussion moderated by Daniela Ortiz dos Santos

Rixt Hoekstra »The Bauhaus as a device for selection: Tafuri’s interpretation of the avant-garde as part of a twentieth century historiographical debate«

For Manfredo Tafuri, the Bauhaus was in essence a kind of selection machine, able to choose among a group of avant-garde students those that were most suited to function in the rationalized, mechanized and institutionalized world of the Metropolis. Also, Tafuri was one of the rare historians who more or less turned the history of the Bauhaus upside down: from a history of artistic heroes to a history of failure. In this lecture, I will argue that this reading of the Bauhaus was part of a larger debate among intellectuals that started in the late 1960s. At stake was the question on how to newly evaluate the avant-garde in the light of the political and social developments of the time. More than the close-reading of Tafuri, the lecture argues for the significance in reassessing these terms and debates today, while placing Tafuri and his contemporaries’ approach in broad historical perspective.

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Carsten Ruhl »Das Bauhaus als Utopie. Argan und die Autonomie der modernen Architektur«

Keine anderes Buch hat den Blick auf das Bauhaus in Italien mehr geprägt als Giulio Carlo Argans „Walter Gropius e la Bauhaus“. 1951 bei Einaudi in Turin verlegt, gilt es seitdem als ein Standardwerk. Aber handelt es sich hierbei wirklich um ein Buch über das Bauhaus? Walter Gropius gab jedenfalls später offen zu, dass er keinen der darin beschriebenen Gedanken jemals hatte. Und auch der Autor unternahm erst gar nicht den Versuch, den Eindruck einer objektiv-sachlichen Darstellung zu erwecken. Das hätte die Materialgrundlage des Buches wohl auch nicht hergegeben. Basiert die Darstellung Argans doch im Kern auf Publikationen, die von Gropius selbst stammen oder von Kunsthistorikern verfasst wurden, die ihre Begeisterung für den Architekten kaum verbergen konnten. Hinweise auf eigene Recherchen sowie auf konkrete Begegnungen mit dem gebauten Erbe des Bauhauses lassen sich im Text nicht erkennen. Dafür aber bemerkenswerte und bisweilen auch überraschende Verknüpfungen mit Autoren und Denkfiguren, die meines Wissens niemals zuvor mit dem Bauhaus in Verbindung gebracht wurden. „Gropius e la Bauhaus“ lässt sich daher schwerlich als eine Geschichte des Bauhauses lesen. Argans Buch, so meine These, widmet sich dem widersprüchlichen Projekt einer Vergeistigung des Architektonischen. Und dies zu einer Zeit, da die politisch-ideologische Funktion der Architektur deutlicher denn je im kollektiven Bewusstsein war. Diese Vergeistigung der Architektur ist allerdings kein Selbstzweck. Sie dient einer Politik des Vergessens. Realität und Ideal, Zeit und Raum fallen ineinander und verbinden sich zu einem Geschichtskonzept, das allen kollektiven Traumata des frühen 20. Jahrhunderts zum Trotz die konfliktfreie Kontinuität eines bürgerlichen Kunstverständnisses behauptet.

 

Bio

Rixt Hoekstra 

Rixt Hoekstra is a lecturer in architectural history and theory. In 2006 she finished her disseration on Manfredo Tafuri called:  „Building versus Bildung, Manfredo Tafuri and the construction of a historical discipline.“ She has worked as Wissenschaftlich Mitarbeiter at, among others, the Bauhaus University in Weimar and the Goethe University in Frankfurt am Main. Her current research interests are the historiography of globalized modern architecture and gender studies.

 

Carsten Ruhl

Carsten Ruhl ist seit 2013 Professor für Architekturgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor war er Professor für Theorie und Geschichte der modernen Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar sowie für Architekturgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Er studierte Architektur, Kunstgeschichte, Philosophie und Geschichtswissenschaft und beschäftigt sich seither mit der Geschichte und Theorie der Architektur seit dem 18. Jahrhundert.

 

Zum Jubiläum im Jahr 2019 findet eine zweiteilige Vorlesungsreihe statt, mit der ein kritischer Blick auf das Bauhaus gerichtet wird. Im Zentrum steht die Architektur: Ihre Rezeption, die Migration der Akteure und die Kritik am Bauhaus sind die Themen für Vorträge und Dialoge. Die Reihe wird mit sieben weiteren Terminen im April 2019 fortgesetzt.

Vorträge deutscher [de] und englischer [en] Sprache.

Download the CCSA Bauhaus Lectures Program as PDF